![]() 2012
Fadengeheftete Broschur, 100 Seiten, 17.6 x 13.2 cm Lioba Happel über die Gedichte von Vera Schindler-Wunderlich: »Cast a cold eye, on life, on death, horseman, pass bye!« Auf Anhieb treten sie heraus aus dem eifrigen Parlando der gegenwärtigen Lyrik: sie bleiben positioniert, die Gedichte der Vera Schindler-Wunderlich. Weite Horizonte, phantastische Meere, Himmelserkundungen, submarine und erdverbundene Sammelsurien stürzen ins Logbuch der Schreiberin. Ihre »Belange« verschiffen ausgehorchte Worte in einen Strom von Sprache – »mehrspartig, farbhörig, spielbar«. Vom uralt Mythischen bis ins Alleralltäglichste – alles kann hier hineingeraten in den Fluss, dessen Lottiefe von dieser »Sprech-Sängerin« genau ausgemessen wird. »Dies ist ein Abstandszimmer im Freien«. Vera Schindler-Wunderlich hat das Auge einer Dichterin, das Abstandsauge; sie ist eine im wahrsten Sinne des Wortes nach Strich und Faden, nach Komma und Semikolon versierte Protokollführerin. Erinnern und Schönheit liegen im Auge der Betrachterin und manchmal spiegelt sich in feiner Ironie die Welt zurück. »Ich falle Jahrtausende«. – Antike wie Amtsstube; Biblisches wie Beziehungsbewandtnis; Messianisches wie Morgendliches Beginnen – diese Lyrikerin lässt sich aufschreiben von der Komplexität ihres Bewusstseins, hinein in eine barocke Fülle scheinbar leichtläufig gewordener Dinge; die weben ein großes Loch zusammen; das ist das Loch, in dem wir denken. Plötzlich auch von dort unten, – jahrhundertelang hieß das »de profundis« – gelingt ihr eines der für mich überraschendsten Gedichte dieses Buches: das überaus erstaunliche »Ich knüpfe mich an dich«. Ein reiches Protokoll voller Entdeckungen, Wendungen; eine Tages- und Nachtmeerfahrt, die in ihrem phantastischen Mut – und in ihrer Gelehrtheit, Klugheit, gedanklichen wie sprachlichen Präzision – heftig erfreut. »Cast a cold eye« – weniger Dichtergottstrenge waltet im Auge dieser Poetin; bisweilen auch blickt es – hohe Kunst ihrer Lyrik! –: freundlich. Die Rede, die Lioba Happel anlässlich der Buchpräsentation hielt, auf Theo Breuers Blog Rudolf Bussmann in der Tages-Woche über ein Gedicht von Vera Schindler-Wunderlich Die Autorin:
Bruna Martinelli Dieses Buch erscheint in der ch Reihe. Fadengeheftete Klappenbroschur Bruna Martinelli erzählt vom Leben in ihrem Tessiner Dorf. Sie beschreibt Werk- und Feiertage, gewöhnliche und ungewöhnliche Menschen und spürt in den Falten und Furchen der Zeit die Gerüche, Farben und Geschmacksempfindungen auf, die zum Land ihrer Kindheit gehören. Bruna Martinelli, die 86-jährige Bäuerin aus Avegno, hat ihre Geschichten, Erinnerungen und Betrachtungen in dicken Schulheften festgehalten. Mit Liebe und weisem Humor blickt sie auf die von harter Arbeit geprägten Jahre ihrer Kindheit und Jugend zurück, beschreibt gütige und geizige Menschen, Arbeiter und Arbeitsscheue, Werktage und Festtage, aber auch die Gerüche und Farben ihrer Heimat. Und immer wieder richtet sie ihren Blick auf das Leben der Frauen, die nicht viel zu sagen, aber die schwersten Arbeiten zu verrichten hatten. Auf ihren geschundenen Rücken trugen sie Mist, Holz, Heu, Lebensmittel, mit klammen Händen wuschen sie winters die Wäsche draussen im eisigen Wasser, aber sie waren es auch, die etwas von Heilkunde verstanden. Freilich kommt die Rolle der (katholischen) Religion ebenfalls zur Sprache, und besonders köstlich sind die Porträts der Dorfgeistlichen. Buchbesprechung von Alexander Grass auf DRS2 Die Autorin:
Beatrice Maritz Fadengeheftete Broschur, 60 Seiten, 17.6 x 13.2 cm Die Texte dieses Bandes sind zwischen 1997 und 2012 entstanden und verdanken sich der Neugierde, der Lust am Experimentieren und dem Willen, die Enge der Konventionen zu verlassen. »Mit dem Pendel schreiben Die Autorin:
VORSCHAU 2013 Unser Programm Herbst 2013 als PDF
Franco Borgogno
2011
Denise Buser Ein Rebhuhn verliebt sich in einen Igel, ein Lamm heiratet eine greise Wölfin, zwei Amöben gehen auf die Beerdigung ihres Onkels, ein Pudel lernt Dänisch, und drei Pinscher geben Ratschläge in den 81 Fabeln, die Denise Buser hier vorlegt, wird geliebt, begehrt, gestritten, intrigiert und philosophiert. Vor allem aber tüchtig fabuliert.
Beat Brechbühl, Silvano Cerutti, Franca Pedrazzetti
Poetische Schweiz Suisse Poétique Svizzera Poetica Herausgegeben von Literaturtage Zofingen und Autorinnen und Autoren der Schweiz AdS
Martin Sutter Ein Schwerpunkt seines Schaffens sind die Zeichenbücher. Es sind keine Skizzenbücher jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn , sondern Reinhefte, in die er mit großer Konzentration seine eigenartig zwischen Figur, Ornament und Zeichen schwebenden, bisweilen an Bildergeschichten, bisweilen an Kalligraphie gemahnenden Gebilde zeichnet oder schreibt oder malt, und dies freihändig und ohne zu korrigieren. Es handelt sich dabei um eine Art künstlerisches Tagebuch. Er führt es seit mindestens 35 Jahren.
VIEL LÄRM UM ALLES. Barockes in der zeitgenössischen Kunst Herausgegeben und eingeleitet von Bruno Z'Graggen und Barbara Zürcher Ein barockes Bilderbuch mit 21 Positionen aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie, Installation, Plastik und Video.
2010
LE NOUVEAU VAGUE
Edition 5 Erstfeld Der Kunstschatz von Erstfeld
2009
Astrid Schleinitz »Wirbeltier ist ein stilistisch in sich geschlossener Gedichtband, getragen von einem ruhigen langen Atem, der alle Texte gleichförmig durchfließt. Die Gedichte bestehen aus sorgfältig und behutsam formulierten Beobachtungen und Naturbeschreibungen. Sie sind eine Art Bitte um Aufschub.«
Wilfried Happel »Realität, Traum, Nähe, Distanz, Logik, Irritation, Diesseits, Jenseits auf einem Karussell. Das Karussell dreht sich. Nie kannst du davon ausgehen, dass die Dinge so sind, wie sie dir erscheinen.«
Lioba Happel »Vom Balancieren an den Rändern des Lebens ist die Rede, von Schwindel, Stürzen und der überraschten Dankbarkeit für einen letzten glücklichen Tag. Und jedesmal werden die träumerischen Ausschweifungen aufgefangen durch die unaufdringlich rhythmisierten, manchmal bis zur Härte elliptischen Verse. Es ist der vertraute Sound einer eigensinnigen Dichterin; beim Wiederhören bemerkt man, wie man ihn vermisst hatte.«
2008
Die 15 Wünsche Ein Nachbarskind, die damals neunjährige Celia, stand im Herbst 2007 vor unserer Haustür und sagte: »Ihr macht doch Bücher. Ich habe hier eine Geschichte, die ich geschrieben habe.« Sie überreichte uns eine Mappe. »... Kindergeschichten, die so erfrischend direkt, so überraschend bizarr und so herrlich anders geworden sind als alles, was die großen Autoren der Zeit so schreiben.«
Katja Schicht
Lisa Elsässer »Jedes Gedicht ein Feldstück, auf dem angebaut und geerntet, ein abgesteckter Claim, der aufgegraben, durchwühlt, nach Findenswertem durchsucht wird. Nicht wie die meisten ihrer Gattungsgenossen die haltlose Gestalt einer ausgefransten Fahne haben diese Gedichte, sondern eine intakte äußere Form; im Gegenzug haben sie das Brüchige, Geklüftete, Inhomogene augenfällig in ihr Inneres aufgenommen.«
2007
Lioba Happel »Es gibt Wendungen in dieser Erzählung, die einen ganzen Leser-Tag retten könnten. Es gibt so schöne Sätze wie Seine Stimme war jetzt so rau und zerbrechlich wie ein Reibeisen aus Glas. Und es gibt, von der ersten bis zur letzten Seite, dieses unauffällig raffinierte Spiel mit Schrift und Stimme - die Kunst, eine Kindergeschichte nicht mit verstellter Stimme zu erzählen, sondern in einer ganz diskret und ganz leichtfüßig arrangierten Zweistimmigkeit.«
Andreas Grosz »Ein Traumgänger ist Andreas Grosz, wundersam entfernt von jedem kruden Realismus, auch wenn sich fast alle seiner Prosaskizzen vorerst in der Wirklichkeit verankern.«
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