2012




Vera Schindler-Wunderlich
Dies ist ein Abstandszimmer im Freien

Gedichte

Fadengeheftete Broschur, 100 Seiten, 17.6 x 13.2 cm
Schutzumschlag: Ferdinand Arnold
ISBN 978-3-906061-00-9
28 Franken, 23 Euro
Ist am 27. Oktober 2012 erschienen
Leseprobe


Lioba Happel über die Gedichte von Vera Schindler-Wunderlich:

»Cast a cold eye, on life, on death, horseman, pass bye!«
(William Butler Yeats)

Auf Anhieb treten sie heraus aus dem eifrigen Parlando der gegenwärtigen Lyrik: sie bleiben positioniert, die Gedichte der Vera Schindler-Wunderlich. Weite Horizonte, phantastische Meere, Himmelserkundungen, submarine und erdverbundene Sammelsurien stürzen ins Logbuch der Schreiberin. Ihre »Belange« verschiffen ausgehorchte Worte in einen Strom von Sprache – »mehrspartig, farbhörig, spielbar«. Vom uralt Mythischen bis ins Alleralltäglichste – alles kann hier hineingeraten in den Fluss, dessen Lottiefe von dieser »Sprech-Sängerin« genau ausgemessen wird.

»Dies ist ein Abstandszimmer im Freien«. Vera Schindler-Wunderlich hat das Auge einer Dichterin, das Abstandsauge; sie ist eine im wahrsten Sinne des Wortes nach Strich und Faden, nach Komma und Semikolon versierte Protokollführerin. Erinnern und Schönheit liegen im Auge der Betrachterin und manchmal spiegelt sich in feiner Ironie die Welt zurück. »Ich falle Jahrtausende«. – Antike wie Amtsstube; Biblisches wie Beziehungsbewandtnis; Messianisches wie Morgendliches Beginnen – diese Lyrikerin lässt sich aufschreiben von der Komplexität ihres Bewusstseins, hinein in eine barocke Fülle scheinbar leichtläufig gewordener Dinge; die weben ein großes Loch zusammen; das ist das Loch, in dem wir denken. Plötzlich auch von dort unten, – jahrhundertelang hieß das »de profundis« – gelingt ihr eines der für mich überraschendsten Gedichte dieses Buches: das überaus erstaunliche »Ich knüpfe mich an dich«.

Ein reiches Protokoll voller Entdeckungen, Wendungen; eine Tages- und Nachtmeerfahrt, die in ihrem phantastischen Mut – und in ihrer Gelehrtheit, Klugheit, gedanklichen wie sprachlichen Präzision – heftig erfreut.

»Cast a cold eye« – weniger Dichtergottstrenge waltet im Auge dieser Poetin; bisweilen auch blickt es – hohe Kunst ihrer Lyrik! –: freundlich.

Die Rede, die Lioba Happel anlässlich der Buchpräsentation hielt, auf Theo Breuers Blog

Rudolf Bussmann in der Tages-Woche über ein Gedicht von Vera Schindler-Wunderlich

Die Autorin:
Vera Schindler-Wunderlich

 

 

Bruna Martinelli
In den Falten der Zeit
Erinnerungen einer Bäuerin aus dem Maggiatal

Aus dem Italienischen übersetzt von
Judith Blumenthal, Antonella Rigamonti und Andreas Grosz

Dieses Buch erscheint in der ch Reihe.

Fadengeheftete Klappenbroschur
288 Seiten, 17.6 x 13.2 cm
Mit einem Bildteil
ISBN 978-3-9523736-3-7
32 Franken, 26 Euro
Ist Ende Mai 2012 als 250. Band der ch Reihe erschienen
Leseprobe

Bruna Martinelli erzählt vom Leben in ihrem Tessiner Dorf. Sie beschreibt Werk- und Feiertage, gewöhnliche und ungewöhnliche Menschen und spürt in den Falten und Furchen der Zeit die Gerüche, Farben und Geschmacksempfindungen auf, die zum Land ihrer Kindheit gehören.

Bruna Martinelli, die 86-jährige Bäuerin aus Avegno, hat ihre Geschichten, Erinnerungen und Betrachtungen in dicken Schulheften festgehalten. Mit Liebe und weisem Humor blickt sie auf die von harter Arbeit geprägten Jahre ihrer Kindheit und Jugend zurück, beschreibt gütige und geizige Menschen, Arbeiter und Arbeitsscheue, Werktage und Festtage, aber auch die Gerüche und Farben ihrer Heimat. Und immer wieder richtet sie ihren Blick auf das Leben der Frauen, die nicht viel zu sagen, aber die schwersten Arbeiten zu verrichten hatten. Auf ihren geschundenen Rücken trugen sie Mist, Holz, Heu, Lebensmittel, mit klammen Händen wuschen sie winters die Wäsche draussen im eisigen Wasser, aber sie waren es auch, die etwas von Heilkunde verstanden. Freilich kommt die Rolle der (katholischen) Religion ebenfalls zur Sprache, und besonders köstlich sind die Porträts der Dorfgeistlichen.
Schon als Kind liebte Bruna Martinelli Bücher über alles und war eine eifrige Benützerin der Pfarreibibliothek. Dass sie nun in fortgeschrittenem Alter selbst zur Autorin eines vielbeachteten Buches geworden ist, erfüllt sie mit Stolz. Aufzutrumpfen hingegen widerspräche ihrem Naturell. Den Erfolg ihres 2009 in Locarno auf Italienisch erschienenen Buches nimmt sie daher eher gelassen.

Buchbesprechung von Alexander Grass auf DRS2

Bruna Martinelli in der Sendung Controluce mit Michele Fazioli (Radiotelevisione svizzera, 30.12.2012)

Die Autorin:
Bruna Martinelli

 

 

Beatrice Maritz
für jetzt

Fadengeheftete Broschur, 60 Seiten, 17.6 x 13.2 cm
Schutzumschlag: Beatrice Maritz
ISBN 978-3-9523736-8-2
20 Franken, 16 Euro
Ist am 15. April 2012 erschienen
Leseprobe

Die Texte dieses Bandes sind zwischen 1997 und 2012 entstanden und verdanken sich der Neugierde, der Lust am Experimentieren und dem Willen, die Enge der Konventionen zu verlassen.
Sie bestehen aus wenigen, vielfach wiederholten Wörtern und fast nur aus Hauptsätzen. Ihre Sprache mutet fremd und archaisch an. Diese Texte sind Dichtung im Rohzustand, unbearbeitet, unlektoriert, unkorrigiert – poésie brute.
So wie die Künstlerin Beatrice Maritz ihre Bilder schafft, so schreibt sie auch ihre Texte: mithilfe eines Pendels. Dieses lässt sie über dem Alphabet kreisen, und irgendwann zeigt es auf einen Buchstaben, dann auf einen zweiten, dann auf einen dritten und so weiter. Sie notiert Buchstaben um Buchstaben, und so entstehen Wörter, und aus den Wörtern entstehen mit der Zeit Gedichte und Gesänge von eigentümlicher Schönheit.
Die einen vermuten im Pendel einen Schlüssel zu höheren Welten, die anderen sehen in ihm eine Angel, mit der sich in trüben Gewässern fischen lässt. Für Beatrice Maritz ist es einfach ein Hilfsmittel. Es hilft ihr, sich aufs Jetzt zu konzentrieren.

»Mit dem Pendel schreiben
zum verlassen ist das kommen da zum kommen ist das verlassen da es hat im verlassen bekanntes es hat im kommen unbekanntes da kommt der gelbe frosch und der kleine mond und die grosse kartoffel und eine helle lokomotive und viele steine tue warten tue bekanntes verlassen tue kommen und gehen lassen tue sehen
Erstfeld, 13. März 2012
Diesem Text aus Beatrice Maritz' sehr schön gestaltetem, kleinen Büchlein für jetzt folgen 24 weitere Stücke, die alle mithilfe eines Pendels entstanden sind, das über einem Alphabet kreisend Buchstaben anzeigt, die sich dann zu Wörtern und Gedichten fügen. Daher wohl der schwingende Rhythums der Texte und ihre eindringliche Dichte, die die Summe ist von aneinander gereihten, sich vielfach wiederholenden Wortfolgen. Die Themen – u. a. kommen, gehen, da sein; hell, dunkel; fliegen, wurzeln machen; gross sein, blühen; sich geben, füreinander sehen / hören / singen – werden aus allen Richtungen durchquert und umkreist. Aber nicht, dass da jemand in Trance fällt! Denn da kommt der gelbe frosch und eine helle Lokomotive und überhaupt ist das Komplentative nur ein Teil: das in der Pendelsession Erhaltene muss auch ins Leben übergehen: tue bekanntes verlassen tue kommen und gehen lassen tue sehen oder auch: gehe mit den steinen und esse die luft oder: tue jetzt da sein
Regina Füchslin in »orte 171. Schweizer Literaturzeitschrift«

Die Autorin:
Beatrice Maritz

 

 

 

VORSCHAU 2013

Unser Programm Herbst 2013 als PDF



Franco Borgogno
The Vancouver Interview. Fragmente aus Leben und Werk eines Psychoanalytikers

Aus dem Italienischen von Dominica Reck
Erscheint 2013

 

 

 

2011

 

Dem Papagei bleibt die Spucke weg / Alex Zwalen

Denise Buser
Dem Papagei bleibt die Spucke weg

Fabeln und Fakten

Ein Rebhuhn verliebt sich in einen Igel, ein Lamm heiratet eine greise Wölfin, zwei Amöben gehen auf die Beerdigung ihres Onkels, ein Pudel lernt Dänisch, und drei Pinscher geben Ratschläge – in den 81 Fabeln, die Denise Buser hier vorlegt, wird geliebt, begehrt, gestritten, intrigiert und philosophiert. Vor allem aber tüchtig fabuliert.

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Wo die Bilder wohnen

Beat Brechbühl, Silvano Cerutti, Franca Pedrazzetti
Wo die Bilder wohnen. Der Maler Jürg Wylenmann besucht sein Werk
Fotografien: Beat Brechbühl und Franca Pedrazzetti
Texte: Silvano Cerutti

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Poetische Schweiz

Poetische Schweiz – Suisse Poétique – Svizzera Poetica –
Svizra Poetica – Ljóðræna Sviss

Gedichte – Poésies – Poesie – Poesias – Ljóð

Herausgegeben von Literaturtage Zofingen und Autorinnen und Autoren der Schweiz AdS

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Buchzeichen Zeichenbuch / Martin Sutter

Martin Sutter
Buchzeichen Zeichenbuch

Zeichnungen

Ein Schwerpunkt seines Schaffens sind die Zeichenbücher. Es sind keine Skizzenbücher – jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn –, sondern Reinhefte, in die er mit großer Konzentration seine eigenartig zwischen Figur, Ornament und Zeichen schwebenden, bisweilen an Bildergeschichten, bisweilen an Kalligraphie gemahnenden Gebilde zeichnet oder schreibt oder malt, und dies freihändig und ohne zu korrigieren. Es handelt sich dabei um eine Art künstlerisches Tagebuch. Er führt es seit mindestens 35 Jahren.

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Viel Lärm um Alles

VIEL LÄRM UM ALLES. Barockes in der zeitgenössischen Kunst

Herausgegeben und eingeleitet von Bruno Z'Graggen und Barbara Zürcher

Ein barockes Bilderbuch mit 21 Positionen aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie, Installation, Plastik und Video.

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2010

 

Le nouveau vague

LE NOUVEAU VAGUE

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Edition 5 Erstfeld

Edition 5 Erstfeld

Der Kunstschatz von Erstfeld

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2009

 

Maria Magdalena Z'Graggen

Astrid Schleinitz
WIRBELTIER

Gedichte

»Wirbeltier ist ein stilistisch in sich geschlossener Gedichtband, getragen von einem ruhigen langen Atem, der alle Texte gleichförmig durchfließt. Die Gedichte bestehen aus sorgfältig und behutsam formulierten Beobachtungen und Naturbeschreibungen. Sie sind eine Art Bitte um Aufschub.«
Anne-Marie Kenessey in »orte, Schweizer Literaturzeitschrift«

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Martina von Schulthess

Wilfried Happel
Abstecher ins bürgerliche Jenseits
Prosa

»Realität, Traum, Nähe, Distanz, Logik, Irritation, Diesseits, Jenseits auf einem Karussell. Das Karussell dreht sich. Nie kannst du davon ausgehen, dass die Dinge so sind, wie sie dir erscheinen.«
Sabine M. Krämer

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Werner Schmidt

Lioba Happel
land ohne land

Gedichte

»Vom Balancieren an den Rändern des Lebens ist die Rede, von Schwindel, Stürzen und der überraschten Dankbarkeit für einen letzten glücklichen Tag. Und jedesmal werden die träumerischen Ausschweifungen aufgefangen durch die unaufdringlich rhythmisierten, manchmal bis zur Härte elliptischen Verse. Es ist der vertraute Sound einer eigensinnigen Dichterin; beim Wiederhören bemerkt man, wie man ihn vermisst hatte.«
Heinrich Detering in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«

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2008

 

die 15 wünsche

Die 15 Wünsche
Ein Buch von 23 Kindern

Ein Nachbarskind, die damals neunjährige Celia, stand im Herbst 2007 vor unserer Haustür und sagte: »Ihr macht doch Bücher. Ich habe hier eine Geschichte, die ich geschrieben habe.« Sie überreichte uns eine Mappe.

»... Kindergeschichten, die so erfrischend direkt, so überraschend bizarr und so herrlich anders geworden sind als alles, was die großen Autoren der Zeit so schreiben.«
Manuela Kalbermatten in der »Neuen Urner Zeitung«

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Katja Schicht

Katja Schicht
Dieter Zwicky

Die Höhe des Kopfes über den Augen
Ein Buch mit Bildern und einem Text

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Maria Zgraggen

Lisa Elsässer
OB UND DARIN

Gedichte

»Jedes Gedicht ein Feldstück, auf dem angebaut und geerntet, ein abgesteckter Claim, der aufgegraben, durchwühlt, nach Findenswertem durchsucht wird. Nicht wie die meisten ihrer Gattungsgenossen die haltlose Gestalt einer ausgefransten Fahne haben diese Gedichte, sondern eine intakte äußere Form; im Gegenzug haben sie das Brüchige, Geklüftete, Inhomogene augenfällig in ihr Inneres aufgenommen.«
Helwig Brunner in »Ostragehe«

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2007

 

Cecilia Falk und Berenike Falk

Lioba Happel
LUCY oder Warum sind die Menschen so komische Leute

Ein Buch für Elf- bis Hundertelfjährige

»Es gibt Wendungen in dieser Erzählung, die einen ganzen Leser-Tag retten könnten. Es gibt so schöne Sätze wie Seine Stimme war jetzt so rau und zerbrechlich wie ein Reibeisen aus Glas. Und es gibt, von der ersten bis zur letzten Seite, dieses unauffällig raffinierte Spiel mit Schrift und Stimme - die Kunst, eine Kindergeschichte nicht mit verstellter Stimme zu erzählen, sondern in einer ganz diskret und ganz leichtfüßig arrangierten Zweistimmigkeit.«
Heinrich Detering

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Christian Macketanz

Andreas Grosz
Fahnenflucht mit der Lokalbahn
Prosa

»Ein Traumgänger ist Andreas Grosz, wundersam entfernt von jedem kruden Realismus, auch wenn sich fast alle seiner Prosaskizzen vorerst in der Wirklichkeit verankern.«
Beatrice Eichmann-Leutenegger in der »Neuen Zürcher Zeitung«

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