![]() 2009 edition pudelundpinscher Vorschau 2009
Astrid Schleinitz Französische Broschur, 112 Seiten, 17.6 x 13.2 cm »WIRBELTIER« ist der erste Lyrikband von Astrid Schleinitz. Für die Arbeit an diesen Gedichten erhielt sie 2007 ein Stipendium der Stadt Berlin.
Die Gedichtauswahl besticht durch ihre stilistisch stringent durchgehaltene Geschlossenheit. In dem kompositorisch wohlab- und ausgewogenen Aufbau ist Wert auf stabile Fügungen gelegt worden. Die Weltwahrnehmung von Astrid Schleinitz ist realiengesättigt. Aus deskriptiver Genauigkeit erwächst eine erstaunlich sprachfeste Klarheit. Poesie entdeckt sie im Unspektakulären, Alltäglichen, das sie mit scharfem Blick einfängt und auf singuläre Weise ins Bild setzt. Ob sie ›duftenden erdausschlag‹ einatmet, ›lichtstücke‹ wahrnimmt, von ›abnehmender bewohnbarkeit‹ berichtet, immer versteht sie, ihre sinnlich-konkreten Szenerien kraftvoll zu steigern. Irdisches mischt sie mit Naturerscheinungen in ungewohnter elementarer Ursprünglichkeit. So sieht sie in einem Wolkenzug ›anmutig die fliessend aufgebaute sinnbildlichkeit der ferne‹.«
Wilfried Happel Französische Broschur, 136 Seiten, 17.6 x 13.2 cm
Lioba Happel Französische Broschur, 84 Seiten, 17.6 x 13.2 cm land ohne land ist Lioba Happels vierter Gedichtband, nach vers reim und wecker, Grüne Nachmittage und Der Schlaf überm Eis.
Das ist der erste Eindruck: Weite auf engem Raum, mal geringeres und mal größeres Wortaufkommen, stets hohe Wortnutzungskapazität, reizvolle Kippbildhaftigkeit aus überraschendem Wechsel von Nähe und Distanz, nicht nachlassende Dialogbereitschaft. »Elektroschock-Blues Für anderthalb Jahrzehnte schien die Dichterin Lioba Happel fast aus der Literatur verschwunden zu sein. Mit den Bänden ›Grüne Nachmittage‹ und ›Der Schlaf überm Eis‹, 1993 und 1995 bei Suhrkamp erschienen, war sie eine sehr hörbare Stimme der deutschen Lyrik geworden. Und nach dem selbstironischen Bildungsroman »Ein Hut wie Saturn« galt sie auch als talentierte Erzählerin. Danach ließ sie sich nur noch sporadisch vernehmen. Jetzt ist Lioba Happel wieder da, als sei sie gar nicht weg gewesen. Mit dem Gedichtband ›land ohne land‹ schreibt sie genau da weiter, wo sie damals aufgehört hat. Und auf einmal hat man wieder diesen irritierend schönen Sound im Ohr, diesen Mix aus romantischen Reminiszenzen und sehr gegenwärtigen Alltagserfahrungen, jähem Pathos und lapidarer Selbstdistanz. Wieder geht es hinab in die ungewissen Zwischenwelten von Schlaf und Traum, aus denen gespenstische Kindheitserinnerungen aufsteigen, Fragmente von Liebeskatastrophen und visionäre Landschaften. Mythenzauber und Märchenmotive flackern im Licht des ›knall / roten / elektro / schock / mohns‹. Vom Balancieren an den Rändern des Lebens ist die Rede, von Schwindel, Stürzen und der überraschten Dankbarkeit »für einen letzten glücklichen Tag«. Und jedesmal werden die träumerischen Ausschweifungen aufgefangen durch die unaufdringlich rhythmisierten, manchmal bis zur Härte elliptischen Verse. Es ist der vertraute Sound einer eigensinnigen Dichterin; beim Wiederhören bemerkt man, wie man ihn vermisst hatte.« »Wenn man den Band der brechtschen ›Mutter Courage‹ aus dem Haus Suhrkamp hinten, beim Verlagsprogramm, aufschlägt, dann findet man bereits dort zum Titel ›Grüne Nachmittage‹ ihren Namen: Lioba Happel. Jüngst hat die Lyrikerin und Erzählerin ihren Wohnsitz, zusätzlich zu Lausanne, im Fichtelgebirge genommen, in Schirnding. Parallel dazu hat die edition pudelundpinscher den vierten Lyrikband der fränkischen Autorin, die 1957 in Aschaffenburg zur Welt kam, herausgebracht: ›land ohne land‹. »Lioba Happels Werk ist schmal. 1989 machte die 1957 im fränkischen Aschaffenburg geborene Autorin bei Suhrkamp mit dem Gedichtband Grüne Nachmittage auf sich aufmerksam, 1991 folgte die Erzählung Ein Hut wie Saturn. Doch nach einem weiteren Gedichtband, Der Schlaf überm Eis (Schöffling, 1995) wurde es schon wieder still um die begabte, eigenwillige Autorin, die inzwischen hauptsächlich in Lausanne lebt. Fast fünfzehn Jahre sollten verstreichen bis zu ihrem neuen Gedichtband, land ohne land. Der Ton ist indes unverkennbar der gleiche geblieben: Romantische Phantasien treffen auf Alltagsszenen, stark rhythmisierte Langgedichte wechseln ab mit enigmatischen Versund Gedankensplittern. Im Schlaf und in Tagträumen steigen Erinnerungen auf, deuten sich Glück und Liebesleid an. Keine leichte Lektüre, aber eine auf inspirierende Weise irritierende und ergiebige.«
Die 15 Wünsche Ein Nachbarskind, die damals neunjährige Celia, stand im Herbst 2007 vor unserer Haustür und sagte: »Ihr macht doch Bücher. Ich habe hier eine Geschichte, die ich geschrieben habe.« Sie überreichte uns eine Mappe. »... Kindergeschichten, die so erfrischend direkt, so überraschend bizarr und so herrlich anders geworden sind als alles, was die grossen Autoren der Zeit so schreiben.
Katja Schicht
Lisa Elsässer »Jedes Gedicht ein Feldstück, auf dem angebaut und geerntet, ein abgesteckter Claim, der aufgegraben, durchwühlt, nach Findenswertem durchsucht wird. Nicht wie die meisten ihrer Gattungsgenossen die haltlose Gestalt einer ausgefransten Fahne haben diese Gedichte, sondern eine intakte äußere Form; im Gegenzug haben sie das Brüchige, Geklüftete, Inhomogene augenfällig in ihr Inneres aufgenommen.«
Lioba Happel »Es gibt Wendungen in dieser Erzählung, die einen ganzen Leser-Tag retten könnten. Es gibt so schöne Sätze wie „Seine Stimme war jetzt so rau und zerbrechlich wie ein Reibeisen aus Glas“. Und es gibt, von der ersten bis zur letzten Seite, dieses unauffällig raffinierte Spiel mit Schrift und Stimme - die Kunst, eine Kindergeschichte nicht mit verstellter Stimme zu erzählen, sondern in einer ganz diskret und ganz leichtfüßig arrangierten Zweistimmigkeit.«
Andreas Grosz »Ein Traumgänger ist Andreas Grosz, wundersam entfernt von jedem kruden Realismus, auch wenn sich fast alle seiner Prosaskizzen vorerst in der Wirklichkeit verankern.
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