Poetische Schweiz

Poetische Schweiz – Suisse Poétique – Svizzera Poetica –
Svizra Poetica – Ljóðræna Sviss

Gedichte – Poésies – Poesie – Poesias – Ljóð

Herausgegeben von Literaturtage Zofingen und Autorinnen und Autoren der Schweiz AdS

Mit Gedichten von Sabina Altermatt, Martin Bieri, Ernst Burren, Julien Dunilac,
Luciano Gatti, Markus Hediger, Gabriele Markus, Gerhard Meister, Alberto Nessi,
Antonio Rodriguez, Thomas Röthlisberger, Nathalie Schmid, René Sommer,
Elena Spoerl-Vögtli, Alberigo Albano Tuccillo, Clemens Umbricht, Jean-Pierre Vallotton,
Elisabeth Wandeler Deck

Mit Vorworten von Ulrich Suter sowie von Leta Semadeni und Nicole Pfister Fetz

Komplett fünfsprachig (deutsch, französisch, italienisch, rätoromanisch, isländisch)

Fadengeheftete Broschur, 168 Seiten, 17.6 x 13.2 cm
ISBN 978-3-9523736-6-8
29 Franken, 23 Euro
Ist am 22. Oktober 2011 erschienen

Lyrik schält die Wörter aus ihrer Alltagsschale und zwingt uns, die Sprache mit neuen Sinnen wahrzunehmen. Wie keine andere literarische Gattung bewegt sie sich außerhalb
des rein Rationalen. Der Berufsverband Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS) fördert im Rahmen seines Schwerpunkts 2011/2012 die öffentliche Wahrnehmung der Lyrik. In Zusammenarbeit mit den Literaturtagen Zofingen hat der AdS 2011 einen Wettbewerb für die Anthologie »Poetische Schweiz« ausgelobt. 158 Lyrikerinnen und Lyriker aller vier Landessprachen beteiligten sich an der Ausschreibung. 23 Texte wurden von einer internationalen Jury für die Publikation ausgewählt. Die Gedichte wurden in alle Schweizer Landessprachen und ins Isländische übersetzt.


»Die Lyrik aus der Schweiz haben wir auf diesen Seiten eher stiefmütterlich behandelt. Grob gemeint, scheint sie vom behäbigen Wertkonservativen, vom Traditionellen, klassisch Modernen durchtränkt. Dabei wohnt ihr ein Sprachkosmos inne, den zu betrachten eine deutsche Integrationskartoffel zum sofortigen, panischen Verkeimen treiben würde. Deshalb erlauben wir uns heute, ein Werk des sowieso pfundigen pudelundpinscher-Verlages vorzustellen, das schon in geschlossenem Zustand besticht. Es sieht aus wie ein anarchistischer Lehrerkalender aus den Siebzigern. Schwarz mit leuchtender Aufschrift, saugut, geil. Wenn du den auf den Kaffeehaustisch legst, schaut selbst die schönste der Frauen herüber. Aber was ist drin? Pudelundpinscher haben zusammen mit dem Dichterberufsverband einen Wettbewerb in allen vier Gauen ausgeschrieben und die Gewinner dann in Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch gedruckt. Dann haben sie noch, wegen irgendwelcher »Tage« und weil das Leben schön ist, je eine isländische Fassung dazugestellt. Hier das wunderbare Gedicht »The Three Teno®s« von Alberigo Albano Tuccillo (1955): ›Tobe, Tyrann, tobe! / Tobt, Titanen, tobt!‹, / tönen tückische Tenö®e / trepanieren Trommelfelle / Trombonen-, Tuben-, / Trompeten-Tuten, / Trommeln, Tamburine / Tastentortur: / triste Tosca-Tarantella / traktierter Tea-Time-Troubadour: / tragisches Toben, triumphierende Tremoli, / Totenstille taktvoll / trotzdem: taktlos. / Teno®-Terzett-teuflicher Tenö®e-Terror / trostloser T-Terror. / Tonlose Tenö®e, tonlose!
Und dann erst Isländisch!«

Wilhelm Pauli, Kommune