Cecilie und Berenike Falk

Lioba Happel
LUCY oder Warum sind die Menschen so komische Leute

Ein Buch für Elf- bis Hundertelfjährige

Fadengeheftete Broschur, 152 Seiten, 17.6 x 13.2 cm
Schutzumschlag: Berenike Falk und Cäcilia Falk
ISBN 978-3-9523273-1-9
28 Franken, 17 Euro
November 2007
Leseprobe

»Warum sind die Menschen so komische Leute?«, fragt sich die elfjährige Lucy schon mal, so viel hat sie in letzter Zeit mit diesen Menschen erlebt.

Abenteuerliche Dinge hat sie nun ihrem Kassettenrekorder anzuvertrauen! Sie lebt als Tochter einer Deutschen und eines Österreichers in einem Land, das unschwer als die (französische) Schweiz zu erkennen ist, und hier gibt es einiges, was sie mehr als zum Staunen bringt und was sie »alles andere als okay« findet. Dass sie selbst aber nicht nur die nette Lucyli, sondern auch eine durchtriebene kleine Lucyfi sein kann, das macht diese ungewöhnliche Person umso interessanter.

Mit Witz und Verstand greift die Autorin in dieser turbulenten Geschichte Themen der heutigen Gesellschaft auf: Migration und Rassismus, Armut und »Verreichung«, Alter und Einsamkeit, Schul- und Elternmisere. Ihre Protagonistin stellt dabei Fragen, die wir Erwachsenen schon vergessen haben oder nicht mehr zu stellen wagen.


»Es gibt Wendungen in dieser Erzählung, die einen ganzen Leser-Tag retten könnten. Es gibt so schöne Sätze wie „Seine Stimme war jetzt so rau und zerbrechlich wie ein Reibeisen aus Glas“. Und es gibt, von der ersten bis zur letzten Seite, dieses unauffällig raffinierte Spiel mit Schrift und Stimme - die Kunst, eine Kindergeschichte nicht mit verstellter Stimme zu erzählen, sondern in einer ganz diskret und ganz leichtfüßig arrangierten Zweistimmigkeit. („Mama wird sich diesen schrecklichen Satz bestimmt zurechtzimmern. Ach Mama, lass ihn halt einfach mal einfach so stehen.“) Diese Geschichte von Lucy und Jupiter liest sich so anarchisch und vergnüglich, so überraschungs- und fintenreich, so traurig und komisch wie die Kindergeschichten der Irmgard Keun. (Und natürlich wie Lioba Happels wunderbarer kleiner Roman Ein Hut wie Saturn.)«
Heinrich Detering

»Das ist keine Glücksgeschichte, und doch macht das Lesen glücklich. Das liegt daran, dass Lioba Happel so unverfälscht die Mädchenstimme übernimmt, dass bei jedem Wort über Schmerz und Ungeheuerlichkeit, die Lucy widerfahren, die Fähigkeit zu Einsicht und Veränderung mitschwingt. Es ist eine von aller Didaktik und jedem moralfesten Zeigefinger ganz und gar befreite Sicht auf die Welt, die sich hier mitteilt: ein Text voller Wahrheit und Witz, ein Lesevergnügen, das ganz beiläufig über den Zustand von Welt und Menschen nachdenken lässt.«
Urs Bugmann in der »Neuen Luzerner Zeitung«

»Lioba Happel [ist] ein Buch „für Elf- bis Hundertelfjährige“ gelungen, das mit den Stilmitteln der Unter- und Übertreibung arbeitet. In seiner erfrischend zartfrechen Art lassen Ahnen wie Erich Kästner oder Irmgard Keun grüßen. Wie diese greift es beiläufig gesellschaftliche Probleme auf: rassistische Vorurteile, die Brüchigkeit der Beziehungen, die Furcht vor Emotionen, das wachsende Gefälle zwischen Armen und Reichen. Ein geradezu ansteckend selbstbewusstes Mädchen aber ist Jupiter, Lucys afrikanische Freundin, die für ihre Zukunft große politische Pläne hegt, bereits jetzt Wahlkampfreden einstudiert und mit ihren Präsidentinnenplänen glänzend den Opferstatus der Immigrantinnen widerlegt.«
Beatrice Eichmann-Leutenegger in der »Neuen Zürcher Zeitung«


Beim Literaturwettbewerb der 6. Bonner Buchmesse für Migration ist Lioba Happel in der Kategorie Kinder- und Jugendliteratur mit dem 2. Preis ausgezeichnet worden, und zwar für einige Passagen aus diesem Buch.

Die Autorin:
Lioba Happel