Bruna Martinelli
In den Falten der Zeit
Erinnerungen einer Bäuerin aus dem Maggiatal

Aus dem Italienischen übersetzt von
Judith Blumenthal, Antonella Rigamonti und Andreas Grosz

Dieses Buch erscheint in der ch Reihe.

Fadengeheftete Klappenbroschur
288 Seiten, 17.6 x 13.2 cm
Mit einem Bildteil
ISBN 978-3-9523736-3-7
32 Franken, 26 Euro
Ist Ende Mai 2012 als 250. Band der ch Reihe erschienen
Leseprobe

Bruna Martinelli erzählt vom Leben in ihrem Tessiner Dorf. Sie beschreibt Werk- und Feiertage, gewöhnliche und ungewöhnliche Menschen und spürt in den Falten und Furchen der Zeit die Gerüche, Farben und Geschmacksempfindungen auf, die zum Land ihrer Kindheit gehören.

Bruna Martinelli, die 87-jährige Bäuerin aus Avegno, hat ihre Geschichten, Erinnerungen und Betrachtungen in dicken Schulheften festgehalten. Mit Liebe und weisem Humor blickt sie auf die von harter Arbeit geprägten Jahre ihrer Kindheit und Jugend zurück, beschreibt gütige und geizige Menschen, Arbeiter und Arbeitsscheue, Werktage und Festtage, aber auch die Gerüche und Farben ihrer Heimat. Und immer wieder richtet sie ihren Blick auf das Leben der Frauen, die nicht viel zu sagen, aber die schwersten Arbeiten zu verrichten hatten. Auf ihren geschundenen Rücken trugen sie Mist, Holz, Heu, Lebensmittel, mit klammen Händen wuschen sie winters die Wäsche draussen im eisigen Wasser, aber sie waren es auch, die etwas von Heilkunde verstanden. Freilich kommt die Rolle der (katholischen) Religion ebenfalls zur Sprache, und besonders köstlich sind die Porträts der Dorfgeistlichen.
Schon als Kind liebte Bruna Martinelli Bücher über alles und war eine eifrige Benützerin der Pfarreibibliothek. Dass sie nun in fortgeschrittenem Alter selbst zur Autorin eines vielbeachteten Buches geworden ist, erfüllt sie mit Stolz. Aufzutrumpfen hingegen widerspräche ihrem Naturell. Den Erfolg ihres 2009 in Locarno auf Italienisch erschienenen Buches nimmt sie daher eher gelassen.

»Bruna Martinelli verklärt die Vergangenheit nicht. Sie erzählt von der Härte und Kargheit des Lebens als Bäuerin im Maggiatal und vergisst darüber nicht die kleinen Freuden der Bewohner und vor allem der Kinder im Tessin am Anfang des 20.Jahrhunderts. […] So bekommt man in vielen kleinen Erzählungen einen liebevollen, aber durchaus realistischen Einblick in das Leben der Bewohner des Maggiatals vor einem halben Jahrhundert.« Stephanie Utz in »Spatz«

»Wer sich dem harten Alltag der früheren Bewohner der hinteren Maggiatäler nicht nur physisch, sondern auch im Geiste annähern möchte, sollte unbedingt die eindrücklichen Bücher von Plinio Martini (1923–1979), einem ehemaligen Lehrer aus Cavergno, und von Bruna Martinelli (geb. 1926), einer Bäuerin aus Avegno, in den Rucksack packen und auf einige dieser grandiosen Hochalpen steigen.« SCHWEIZ Das Wandermagazin

»Ein wunderbares Lesebuch für die Hüttentour.« SCHWEIZ Das Wandermagazin

Buchbesprechung von Alexander Grass auf DRS2

Buchbesprechung von Susanne Sturzenegger auf SRF1 (7. November 2013)

Die Autorin:
Bruna Martinelli